Deutschland hat 9 bundeseinheitliche gesetzliche Feiertage in 2026 und 2027. Hinzu kommen 1 bis 4 regionale Feiertage je Bundesland. Bayern und das Saarland führen mit jeweils 13 gesetzlichen Feiertagen, während Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein mit jeweils 10 das Schlusslicht bilden.
Welche gesetzlichen Feiertage gelten 2026 und 2027 in ganz Deutschland?
Neun gesetzliche Feiertage gelten 2026 und 2027 in allen 16 Bundesländern: Neujahr, Karfreitag, Ostermontag, Tag der Arbeit, Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, Tag der Deutschen Einheit sowie der 1. und 2. Weihnachtsfeiertag. Nur der 3. Oktober ist bundesgesetzlich geregelt, alle anderen über die Feiertagsgesetze der Länder.
An gesetzlichen Feiertagen ruht laut § 9 Arbeitszeitgesetz die Arbeit. Ausnahmen gelten für Not- und Rettungsdienste, Krankenhäuser, Feuerwehr, Gaststätten und bestimmte Verkehrsbetriebe nach § 10 ArbZG. Wer als Arbeitnehmer an einem Feiertag arbeitet, hat in der Regel Anspruch auf einen Ersatzruhetag innerhalb von 8 Wochen.
Die folgende Übersicht zeigt die 9 bundesweiten Feiertage 2026 und 2027 mit Wochentag:
| Feiertag | 2026 | 2027 |
|---|---|---|
| Neujahr | Do, 1. Januar | Fr, 1. Januar |
| Karfreitag | Fr, 3. April | Fr, 26. März |
| Ostermontag | Mo, 6. April | Mo, 29. März |
| Tag der Arbeit | Fr, 1. Mai | Sa, 1. Mai |
| Christi Himmelfahrt | Do, 14. Mai | Do, 6. Mai |
| Pfingstmontag | Mo, 25. Mai | Mo, 17. Mai |
| Tag der Deutschen Einheit | Sa, 3. Oktober | So, 3. Oktober |
| 1. Weihnachtsfeiertag | Fr, 25. Dezember | Sa, 25. Dezember |
| 2. Weihnachtsfeiertag | Sa, 26. Dezember | So, 26. Dezember |
Heiligabend (24. Dezember) und Silvester (31. Dezember) sind in Deutschland keine gesetzlichen Feiertage, sondern normale Arbeitstage. Viele Arbeitgeber gewähren beide Tage durch Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung als arbeitsfrei oder als halbe Arbeitstage.
Welche regionalen Feiertage gibt es zusätzlich in den Bundesländern?
Acht regionale Feiertage gelten in einzelnen Bundesländern zusätzlich zu den bundesweiten neun: Heilige Drei Könige, Internationaler Frauentag, Fronleichnam, Augsburger Friedensfest, Mariä Himmelfahrt, Reformationstag, Allerheiligen sowie Buß- und Bettag. Die Geltungsbereiche unterscheiden sich teils nach religiöser oder politischer Tradition.
Heilige Drei Könige (6. Januar) ist Feiertag in Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen-Anhalt. In 2026 fällt der Tag auf einen Dienstag, was in den drei Ländern den Montag als Brückentag attraktiv macht.
Internationaler Frauentag (8. März) ist Feiertag in Berlin (seit 2019) und Mecklenburg-Vorpommern (seit 2023). 2026 fällt der Tag auf einen Sonntag, 2027 auf einen Montag.
Fronleichnam ist Feiertag in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland. In Sachsen und Thüringen gilt der Feiertag nur in Gemeinden mit überwiegend katholischer Bevölkerung. 2026 fällt Fronleichnam auf Donnerstag, 4. Juni, 2027 auf Donnerstag, 27. Mai.
Augsburger Friedensfest (8. August) ist nur in der Stadt Augsburg gesetzlicher Feiertag und macht Augsburg mit 14 Feiertagen zur Stadt mit den meisten freien Tagen Deutschlands.
Mariä Himmelfahrt (15. August) gilt im Saarland flächendeckend und in Bayern in den Gemeinden mit überwiegend katholischer Bevölkerung. Das betrifft rund 1.700 von 2.056 bayerischen Gemeinden.
Reformationstag (31. Oktober) ist Feiertag in 9 Bundesländern: Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. 2026 fällt der Tag auf einen Samstag.
Allerheiligen (1. November) gilt in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland. 2026 fällt der Tag auf einen Sonntag.
Buß- und Bettag ist gesetzlicher Feiertag nur in Sachsen, bundesweit ist er 1995 für die Pflegeversicherungs-Finanzierung gestrichen worden. 2026 fällt der Tag auf Mittwoch, 18. November.
Wann fallen die beweglichen Feiertage 2026 und 2027?
Bewegliche Feiertage hängen vom Datum des Ostersonntags ab, der wiederum vom ersten Frühjahrsvollmond bestimmt wird. Ostersonntag fällt 2026 auf den 5. April und 2027 auf den 28. März. Pfingsten liegt 50 Tage nach Ostern, Christi Himmelfahrt 39 Tage nach Ostern.
Die folgenden 5 Feiertage in Deutschland sind beweglich und verschieben sich jedes Jahr: Karfreitag, Ostermontag, Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag und Fronleichnam.
Die genauen Datums-Abstände vom Ostersonntag sind: Karfreitag 2 Tage vor Ostern, Ostermontag 1 Tag nach Ostern, Christi Himmelfahrt 39 Tage nach Ostern, Pfingstmontag 50 Tage nach Ostern, Fronleichnam 60 Tage nach Ostern.
Nicht bewegliche Feiertage haben dagegen jedes Jahr dasselbe Datum, fallen aber je nach Jahr auf andere Wochentage. Dazu gehören Neujahr, Heilige Drei Könige, Tag der Arbeit, Tag der Deutschen Einheit, Reformationstag, Allerheiligen sowie die beiden Weihnachtsfeiertage.
Die Berechnung des Osterdatums folgt der Computus-Regel des Konzils von Nicäa aus dem Jahr 325: Ostersonntag ist der erste Sonntag nach dem ersten Frühjahrsvollmond ab dem 21. März. Dadurch kann Ostern frühestens am 22. März und spätestens am 25. April fallen.
Welches Bundesland hat die meisten Feiertage?
Bayern und das Saarland haben mit jeweils 13 gesetzlichen Feiertagen die meisten Feiertage in Deutschland, Augsburg sogar 14 durch das Augsburger Friedensfest. Schlusslichter sind Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein mit jeweils 10 Feiertagen — also nur 1 zusätzlicher Tag über die 9 bundesweiten hinaus.
Die folgende Rangliste zeigt die Anzahl gesetzlicher Feiertage je Bundesland für 2026:
| Bundesland | Feiertage 2026 |
|---|---|
| Bayern (Augsburg) | 14 |
| Bayern (andere kath. Gemeinden) | 13 |
| Saarland | 13 |
| Baden-Württemberg | 12 |
| Sachsen | 12 |
| Thüringen | 12 |
| Mecklenburg-Vorpommern | 11 |
| Nordrhein-Westfalen | 11 |
| Rheinland-Pfalz | 11 |
| Sachsen-Anhalt | 11 |
| Berlin | 10 |
| Brandenburg | 10 |
| Bremen | 10 |
| Hamburg | 10 |
| Hessen | 10 |
| Niedersachsen | 10 |
| Schleswig-Holstein | 10 |
Die Differenz zwischen Bayern und Berlin beträgt 3 Feiertage pro Jahr, was bei vollem Effekt rund 24 zusätzliche Stunden Freizeit für bayerische Arbeitnehmer bedeutet. Allerdings fallen einzelne Feiertage je nach Jahr aufs Wochenende und entfalten dann keinen praktischen Effekt.
Warum sind die Feiertage je Bundesland unterschiedlich?
Die Feiertage sind je Bundesland unterschiedlich, weil die Feiertagsgesetzgebung in Deutschland gemäß Grundgesetz Sache der einzelnen Bundesländer ist. Nur der Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober ist über das Einigungsvertragsgesetz bundesgesetzlich festgelegt. Alle anderen Feiertage regelt jedes der 16 Bundesländer durch sein eigenes Feiertagsgesetz.
Die Unterschiede gehen historisch auf die konfessionelle Prägung der Regionen zurück. Überwiegend katholisch geprägte Bundesländer wie Bayern, Baden-Württemberg, Saarland und Nordrhein-Westfalen haben Fronleichnam und Allerheiligen als gesetzliche Feiertage. Überwiegend evangelisch geprägte Bundesländer wie die ostdeutschen Länder, Bremen und Niedersachsen haben dafür den Reformationstag.
Berlin hat 2019 als erstes Bundesland den Internationalen Frauentag eingeführt, um den geringen Feiertagsstand auszugleichen und ein politisches Signal zu setzen. Mecklenburg-Vorpommern folgte 2023 mit derselben Begründung.
Versuche, einen bundesweit einheitlichen zusätzlichen Feiertag einzuführen — etwa den Internationalen Kindertag am 20. September oder den Europatag am 9. Mai — sind bislang an der mangelnden Einigung zwischen Bund und Ländern gescheitert. Eine politische Diskussion dazu läuft seit Jahren.
Was sind stille Feiertage und welche gelten in welchem Bundesland?
Stille Feiertage sind gesetzliche Feiertage mit besonderen Verboten für laute Veranstaltungen, Tanzveranstaltungen und teilweise auch öffentliche Sportereignisse. Karfreitag ist der bundesweit strengste stille Feiertag mit Tanzverbot in allen 16 Bundesländern. Weitere stille Feiertage variieren stark je nach Landesrecht.
Bundesweit gelten als stille Feiertage: Karfreitag, Volkstrauertag, Totensonntag (auch Ewigkeitssonntag), Allerheiligen (in den 5 Bundesländern wo Feiertag) und der Buß- und Bettag (in Sachsen).
Tanzverbote dauern je nach Bundesland unterschiedlich lang. In Bayern gilt das Tanzverbot zu Karfreitag von 0 bis 24 Uhr, in Berlin nur von 4 bis 21 Uhr, in Bremen nur von 6 bis 21 Uhr. Verstöße gegen das Tanzverbot werden mit Bußgeldern bis 1.500 Euro geahndet.
Auch laute Bauarbeiten, Rasenmähen und ähnliche Lärm-Aktivitäten sind an stillen Feiertagen in 12 von 16 Bundesländern eingeschränkt oder verboten. Die genauen Regelungen sind in den Feiertagsgesetzen der Länder oder ergänzenden Landeslärmschutzverordnungen geregelt.
Volkstrauertag fällt 2026 auf Sonntag, 15. November, Totensonntag auf Sonntag, 22. November. Beide Tage sind ohnehin Sonntage und entfalten keinen zusätzlichen arbeitsfreien Effekt.
Welche Brückentage lassen sich aus den Feiertagen 2026 nutzen?
Das Jahr 2026 bietet 5 wertvolle Brückentage, die mit jeweils 1 Urlaubstag zu langen Wochenenden oder bis zu 5 freien Tagen führen. Die besten Brückentage 2026 sind: 2. Januar (nach Neujahr), 2. April (vor Karfreitag), 15. Mai (nach Christi Himmelfahrt), 22. Mai (vor Pfingstmontag) und 24. Dezember (vor Weihnachten).
Im Detail ergeben sich 2026 die folgenden Brückentag-Konstellationen:
- 2. Januar 2026 (Freitag): 1 Urlaubstag verbindet Neujahr (Do) mit dem Wochenende und ergibt 4 freie Tage vom 1. bis 4. Januar.
- 2. April 2026 (Donnerstag): 1 Urlaubstag vor Karfreitag ergibt zusammen mit Ostermontag eine 5-tägige Auszeit vom 2. bis 6. April.
- 15. Mai 2026 (Freitag): 1 Urlaubstag nach Christi Himmelfahrt (Do, 14. Mai) ergibt ein 4-tägiges Wochenende vom 14. bis 17. Mai.
- 22. Mai 2026 (Freitag): 1 Urlaubstag vor Pfingstmontag ergibt ein 4-tägiges Wochenende vom 22. bis 25. Mai.
- 24. Dezember 2026 (Donnerstag): 1 Urlaubstag vor 1. Weihnachtsfeiertag ergibt eine 5-tägige Auszeit vom 24. bis 28. Dezember.
In Bundesländern mit Fronleichnam (BW, BY, HE, NW, RP, SL) kommt zusätzlich der 5. Juni 2026 (Freitag) als sechster Brückentag dazu — 1 Urlaubstag nach Fronleichnam ergibt ein langes Wochenende vom 4. bis 7. Juni.
Tag der Deutschen Einheit 2026 fällt auf Samstag und bietet damit keinen Brückentag-Effekt. Reformationstag 2026 fällt auf Samstag, Allerheiligen 2026 auf Sonntag — beide Tage sind 2026 ungünstig gelegen und entfalten keine zusätzliche Freizeit.
Häufige Fragen zu Feiertagen in Deutschland
Diese fünf Fragen ergänzen die obigen Hauptkapitel um spezifische Detail-Aspekte rund um die Feiertagsregelungen in Deutschland.
Was passiert, wenn ein Feiertag aufs Wochenende fällt?
Wenn ein gesetzlicher Feiertag auf einen Samstag oder Sonntag fällt, gibt es in Deutschland keinen Ersatzfeiertag an einem Werktag. Anders als in Ländern wie Großbritannien gibt es keine Bank-Holiday-Verschiebung. Der Feiertag verfällt für Arbeitnehmer in diesem Jahr ohne Ausgleich.
Welche Bundesländer haben den Reformationstag als Feiertag?
Den Reformationstag am 31. Oktober haben 9 Bundesländer als gesetzlichen Feiertag: Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Eingeführt wurde der Feiertag in Norddeutschland 2018 dauerhaft nach dem 500-Jahr-Reformationsjubiläum 2017.
Sind Heiligabend und Silvester gesetzliche Feiertage?
Heiligabend (24. Dezember) und Silvester (31. Dezember) sind in Deutschland keine gesetzlichen Feiertage, sondern reguläre Arbeitstage. Viele Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen regeln aber eine teilweise oder vollständige Arbeitsbefreiung. In manchen Branchen gilt ab Mittag eine Arbeitspflicht-Befreiung.
Welche Stadt in Deutschland hat die meisten Feiertage?
Augsburg in Bayern hat mit 14 gesetzlichen Feiertagen die meisten Feiertage in Deutschland, da hier das Augsburger Friedensfest am 8. August zusätzlich zu den 13 bayerischen Feiertagen gilt. Das Friedensfest erinnert an den Augsburger Religionsfrieden von 1555 und ist seit 1950 im bayerischen Feiertagsgesetz verankert.
Wie viele Arbeitstage hat Deutschland 2026?
Deutschland hat 2026 insgesamt 252 Arbeitstage bei einer 5-Tage-Woche und 9 bundesweiten Feiertagen, die auf Werktage fallen. Da 2026 zwei Feiertage aufs Wochenende fallen (Tag der Deutschen Einheit am Samstag, 2. Weihnachtsfeiertag am Samstag), reduziert sich der praktische Effekt auf rund 6 bis 9 echte Werktags-Feiertage je nach Bundesland.
Quellen und weiterführende Literatur
Die folgenden Quellen liefern die Datenbasis für Termine, Geltungsbereiche und juristische Hintergründe der deutschen Feiertage.
- Bundesministerium des Innern und für Heimat — Gesetzliche Feiertage · bmi.bund.de · Offizielle Übersicht der bundeseinheitlichen und länderspezifischen Feiertage mit Verweisen auf die jeweiligen Feiertagsgesetze.
- Deutscher Gewerkschaftsbund — Feiertage-Ratgeber · dgb.de · Arbeitsrechtliche Einordnung mit Hinweisen zu Feiertagszuschlägen, Ersatzruhetagen und Sonderregelungen.
- Bundesarbeitsgericht — Urteile zu § 9 ArbZG · bundesarbeitsgericht.de · Rechtsprechung zur Arbeit an Sonn- und Feiertagen mit Ausnahmen und Ausgleichsregelungen.
- Bayerisches Feiertagsgesetz (FTG) · gesetze-bayern.de · Maßgebliche Rechtsgrundlage für die 13 bayerischen Feiertage einschließlich Augsburger Friedensfest.
- Feiertagsgesetze der 16 Bundesländer · individuelle Landesportale · Die jeweiligen Landesgesetze regeln Geltungsbereich, stille Feiertage und Tanzverbote im Detail.
- Statistisches Bundesamt — Arbeitstage-Berechnung · destatis.de · Methodische Grundlage zur Berechnung der jährlichen Arbeitstage pro Bundesland.
