Der Tiergarten Nürnberg gehört mit rund 1,1 Millionen Besuchern pro Jahr zu den meistbesuchten Zoos Deutschlands und beheimatet auf 67 Hektar über 300 Tierarten. Er liegt im Südwesten der Stadt direkt am Schmausenbuck und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln in unter 20 Minuten vom Hauptbahnhof erreichbar.
Der Tiergarten Nürnberg öffnet täglich von 9 bis 18 Uhr (Winter: bis 17 Uhr) und beherbergt über 300 Tierarten auf 67 Hektar. Der Eintritt kostet für Erwachsene 18 Euro, Kinder bis 3 Jahre zahlen nichts. Besondere Attraktionen sind das Delfinarium, das Menschenaffenhaus und das weltweit beachtete Nashorngehege. Parkplätze und eine direkte Straßenbahnverbindung machen den Besuch unkompliziert.
Öffnungszeiten und Eintrittspreise im Überblick
Der Tiergarten Nürnberg hat ganzjährig geöffnet, lediglich an Heiligabend (24. Dezember) bleibt er geschlossen. Die Hauptsaison läuft von April bis Oktober mit täglichen Öffnungszeiten von 9 bis 18 Uhr, die Wintersaison von November bis März von 9 bis 17 Uhr. Kassen und Drehkreuze schließen jeweils eine Stunde vor dem offiziellen Betriebsende.
| Kategorie | Preis (2026) |
|---|---|
| Erwachsene | 18,00 € |
| Kinder (4-14 Jahre) | 9,00 € |
| Kinder unter 3 Jahren | kostenlos |
| Schwerbehinderte (GdB ≥ 80) | 9,00 € |
| Jahreskarte Erwachsene | 75,00 € |
| Familientageskarte (2 Erw. + Kinder) | 45,00 € |
Wer mehrmals im Jahr plant zu kommen, rechnet sich die Jahreskarte bereits ab dem dritten Besuch. Online-Tickets sind an der Tageskasse zum selben Preis erhältlich, ersparen jedoch Wartezeiten an Spitzentagen wie Pfingstsonntag oder bei Sonderevents.
Anfahrt: So erreichen Sie den Tiergarten am schnellsten
Die Straßenbahnlinie 5 fährt vom Nürnberger Hauptbahnhof (Haltestelle Aufseßplatz) direkt zur Haltestelle Tiergarten ohne Umsteigen. Die Fahrtzeit beträgt rund 17 Minuten. Wer mit dem Auto kommt, nutzt die Ausfahrt Nürnberg-Hafen/Tiergarten von der A73 und findet vor Ort etwa 1.000 Stellplätze, die an Normalwochentagen kostenpflichtig, aber ausreichend sind. An Ferienwochenenden empfiehlt sich die Anreise mit dem ÖPNV, da Parkplätze ab 10 Uhr erfahrungsgemäß voll belegt sind.
Wer die Tierfütterungen erleben möchte, sollte den Besuch auf den frühen Vormittag legen. Zwischen 9:30 und 11:30 Uhr finden die meisten Fütterungsshows statt, darunter die Delfin- und Seelöwendarbietungen sowie die Fütterung der Großen Pandas. Nachmittags ab 14 Uhr steigen die Besucherzahlen spürbar an, was bei beliebten Gehegen zu Gedränge führt. Der Tipp aus der Praxis: Wochentags außerhalb der Schulferien sind Wartezeiten an Attraktionen deutlich kürzer.
Tierarten und Highlights: Was den Tiergarten Nürnberg besonders macht
Mit über 300 Tierarten und mehr als 4.000 Individuen zählt der Tiergarten Nürnberg zu den artenreichsten Zoos Mitteleuropas. Das Delfinarium ist das einzige in Bayern und eines der wenigen in Deutschland, das noch aktive Schauvorstellungen mit Großen Tümmlern anbietet. Das 2013 eröffnete Menschenaffenhaus gilt als Vorzeigeanlage für artgerechte Haltung von Schimpansen und Gorillas und wurde mehrfach von der Deutschen Gesellschaft für Säugetierkunde ausgezeichnet.
Besonders hervorzuheben ist die Zucht des Breitmaulnashorns: Nürnberg war 2018 eine der ersten deutschen Einrichtungen, die eine Nashorngeburt unter wissenschaftlicher Begleitung dokumentierten. Das Polarwelt-Gehege mit Eisbären und Walrossen ist das größte seiner Art in Deutschland und bietet Unterwasserscheiben, durch die Besucher die Tiere beim Schwimmen beobachten können.
Gastronomie und Aufenthalt: Restaurants, Kioske und Ruhezonen
Im Tiergarten stehen mehrere Gastronomiebetriebe zur Verfügung: Das Zoorestaurant am Haupteingang fasst rund 300 Personen und bietet warme Küche durchgehend von 10 bis 17 Uhr. Entlang der Hauptwege befinden sich sechs Kiosks mit Snacks, Eis und Getränken. Wer eigene Speisen mitbringt, darf diese auf den ausgewiesenen Picknickflächen verzehren, was Familien besonders zugutekommt.
Der Tiergarten verfügt außerdem über einen großen Kinderspielplatz nahe dem Streichelzoo sowie Ruhebänke und schattige Laubengänge, die auch bei hohen Temperaturen angenehme Aufenthaltsqualität bieten. Barrierefreie Wege und Rollstuhlverleih (kostenpflichtig, reservierbar) machen die Anlage für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich.
Sonderveranstaltungen und saisonale Events
Der Tiergarten Nürnberg ergänzt seinen regulären Betrieb mit einem dichten Veranstaltungskalender. Zu den bekanntesten Events zählen die Zoonächte im Juli und August, bei denen der Zoo bis 22 Uhr geöffnet ist und Führungen bei Fackelschein angeboten werden. Das Weihnachtsmärchen im Tiergarten zieht alljährlich von Anfang Dezember bis zum 23. Dezember tausende Besucher mit beleuchteten Tierpfaden und saisonalen Aktionen an.
Für Schulklassen und Bildungsgruppen bietet die zoopädagogische Abteilung ganzjährig Führungen, Projekttage und Ferienprogramme an. Mehr als 15.000 Schulkinder nehmen jährlich an diesen Programmen teil, was den Tiergarten zu einem der aktivsten außerschulischen Lernorte in der Metropolregion Nürnberg macht.
Naturschutz und Zuchtprogramme: Der wissenschaftliche Auftrag
Der Tiergarten Nürnberg ist Mitglied im Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) und beteiligt sich aktiv an der Zucht von über 50 bedrohten Tierarten. Besonders die Arbeit mit dem Flachlandtapir und dem Rothandtamarin hat internationale Anerkennung erhalten. Jährlich fließen rund 500.000 Euro in Artenschutzprojekte, die teilweise direkt in den Herkunftsregionen der Tiere umgesetzt werden, etwa in Brasilien und Zentralafrika.
Preise, Öffnungszeiten und Veranstaltungsdaten können sich kurzfristig ändern. Prüfen Sie aktuelle Informationen stets auf der offiziellen Website des Tiergartens Nürnberg, bevor Sie Ihre Reise planen, insbesondere an Feiertagen und rund um Sonderevents.
💬 Meine Einschaetzung
Viele Besucher unterschätzen, wie viel Zeit ein fundierter Tiergarten-Besuch in Nürnberg tatsächlich braucht. Wer nur zwei Stunden einplant, sieht viel, versteht aber wenig. Die wirklich interessanten Momente entstehen dort, wo man verweilt: vor dem Nashorngehege, wenn die Tiere gerade aktiv sind, oder an der Unterwasserscheibe des Polarwelt-Beckens. Der Zoo hat seinen wissenschaftlichen Anspruch in den letzten zehn Jahren deutlich geschärft, und genau das macht ihn besuchenswert, auch für Erwachsene ohne Kinder. Wer den Tiergarten als bloßen Familienausflug abtut, verpasst, dass er eines der aktivsten Artenschutzzentren Bayerns ist. Mein Rat: Mindestens vier Stunden einplanen, früh kommen, Fütterungszeiten im Vorfeld prüfen und die Zoopädagogik-Führungen in Betracht ziehen, auch ohne Schulklasse.
- Über 300 Tierarten auf 67 Hektar machen den Tiergarten Nürnberg zu einem der größten Zoos Deutschlands.
- Eintritt ab 18 Euro für Erwachsene, Kinder unter 3 Jahren frei; Jahreskarte ab 75 Euro lohnt sich ab dem dritten Besuch.
- Täglich geöffnet (außer 24. Dezember): Sommer 9-18 Uhr, Winter 9-17 Uhr.
- Straßenbahnlinie 5 bringt Besucher in rund 17 Minuten direkt vom Nürnberger Hauptbahnhof zum Zoo.
- Mehr als 15.000 Schulkinder nehmen jährlich an zoopädagogischen Programmen teil.
- Rund 500.000 Euro fließen jährlich in internationale Artenschutzprojekte des EEP.
Quellen und weiterfuehrende Literatur
Tiergarten Nürnberg (offizielles Informationsportal der Stadt Nürnberg, Eigenbetrieb Tiergarten)
Europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EEP) der European Association of Zoos and Aquaria (EAZA)
Deutsche Gesellschaft für Säugetierkunde: Jahresbericht Zuchterfolge und Haltungsstandards
Bayerisches Landesamt für Umwelt: Bildungseinrichtungen im Bereich Biodiversität und Artenschutz



